Apfel-Möhren-Hafer-Suppe

Dadurch dass ich mir in den letzten Wochen einen sehr großen Obst- und Rohkostverzehr angewöhnt habe, liebe ich Apfel-Möhren-Salat mehr denn je. Aber jetzt im Winter ist auch eine wärmende Suppe immer wieder mal was feines, und so habe ich inspiriert durch die im denn’s Bistro vergangene Woche angebotene >>Apfel- Rote Beete- Suppe<< eine Apfel-Möhren-Suppe gekocht. Zum andicken kamen dann noch ein paar Haferflocken rein, bei denen ich in letzter Zeit auch einen immensen Verbrauch habe, und fertig war eins meiner aktuellen Lieblingsessen.

Apfel-Möhren-Suppe[1]

Leckere Suppe für mindestens 3 Tage! Yummi! 🙂

Zutaten:

  • Möhren & Äpfel etwa zu gleichen Teilen
  • Gemüsebrühe (ich kaufe immer die ohne Hefe von Alnatura)
  • Haferflocken
  • Hafersahne oder –Drink
  • Agavensirup
  • (Kräuter)Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • Zimt
  • optional etwas Petersilie (frisch oder TK)

Zubereitung:

  1. Möhren schälen & waschen, Äpfel waschen, vierteln und vom Gehäuse befreien. Beides in große Stücke schneiden und in einen Topf geben und in reichlich Gemüsebrühe aufkochen. Ca. 15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen bis Äpfel und Möhren weich sind.
  2. Im Topf pürieren. Nach Belieben Haferdrink oder Hafersahne zugeben sowie einige EL Haferflocken. Mit Agavensirup, (Kräuter)Salz, Pfeffer, Muskat und Zimt abschmecken. Kurz aufkochen, dann auf der ausgeschalteten Platte die Haferflocken noch ca. 5 Minuten quellen lassen.

Zu den Mengen kann ich leider keine genauen Angaben machen, weil ich meist nach Gefühl koche und auch gerne was über habe was ich dann portionsweise in den Kühlschrank stellen oder einfrieren kann und mir nach einem Lauf nur noch aufwärmen muss.

Pro Liter Suppe habe ich etwa 75-100 ml Pflanzensahne oder Drink genommen und ca. 3 EL Haferflocken, dadurch wird die Suppe schön dick und sättigend. Es geht natürlich auch jede andere Pflanzenmilch oder –Sahne, aber mit einem Produkt aus Hafer wird der Geschmack nochmal etwas intensiver wenn man Haferflocken liebt wie ich. Auch bin ich nicht für Soja in Massen, mir reicht es schon dass man keinen anderen Joghurt findet, weil es meine Schilddrüsenwerte (TSH) immer in die Höhe treibt und nachweislich die Hormone zerstört, daher greife ich gerne zu Alternativen wenn ich die Möglichkeit habe.

Guten Appetit wünscht Euch

Alice

„Superfoods“? – Ja bitte!

Immer wieder hört man von Superfoods wie Gojibeeren, Chiasamen… wahre Wundernahrung vollgepackt mit Nährstoffen die uns gesünder, fitter, leistungsfähiger machen soll. Bisher komme ich ganz gut ohne diese Dinge aus.

Worum es mir geht, bekommt man problemlos in jedem Supermarkt, Bioladen, Wochenmarkt… – die Rede ist schlicht von frischem Obst und Gemüse. Auch wenn der Markt an veganen Fertigprodukten ständig wächst, sollte die Basis einer veganen Ernährung aus Obst & Gemüse bestehen, wenn sie wirklich gesund sein soll, nicht Sojaschnitzel, Burgern, Tofuwürstchen… und das möglichst nicht nährstoffarm aus Dosen sondern frisch oder notfalls aus der Tiefkühltruhe und zu einem Großteil roh verzehrt statt gekocht. Obst und Gemüse lassen sich durchaus als Superfood bezeichnen, denn statt leerer Kalorien bekommt man

  • Obstschale[1]

    Eine so prall gefüllte Obsschale auf dem Tisch ist bei mir mittlerweile standard. Vor 2 Monaten war ich noch der Meinung so etwas nicht zu brauchen 🙂

    viele wichtige Vitamine
  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • Ballaststoffe
  • Antioxidantien
  • Energie die schnell zur Verfügung steht
  • viel Wasser inklusive

Die DGE empfiehlt mit ihrer Kampagne „5 am Tag“ täglich 5 Portionen Obst und Gemüse zu essen. Eine Portion ist etwa eine Handvoll, ganz genau lautet die Empfehlung täglich 200 Gramm Obst und 450 Gramm Gemüse zu verzehren. Meiner Meinung nach viel zu wenig. Der Slogan für sich genommen gefällt mir, schließlich sind 5-6 kleine Mahlzeiten besser als 3 üppige, und mit dem Vorsatz bei jeder Mahlzeit Obst oder Gemüse zu verzehren kann jeder seine Ernährung bereichern. Man sollte sich nur nicht unbedingt strikt an die Portionsempfehlungen halten – 1 Ananas kann ich auch in einer Hand halten. J

In den vergangenen 6 Wochen habe ich angefangen, meine Ernährung zu etwa 70-80 % Obst und Gemüse umzustellen, überwiegend roh, ergänzt mit Nüssen, Getreide, Sojajoghurt, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Tofu… und ich laufe länger, weiter, schneller als je zuvor in meinem Leben, ich bin fitter und sportlicher als je zuvor. Gerade wenn ich nur Obst gegessen habe den Tag über und eventuell noch einen Smoothie mit Pflanzenmilch getrunken habe, läuft es sich fast von alleine.

Sollte jetzt jemand denken „Ich mag kein Obst/Gemüse“ – Obst essen kann man lernen und Geschmack kann sich verändern. Wer mich als Kind gekannt hat vor ca. 25 Jahren hätte nie gedacht dass ich mal das werde was ich heute bin – Veganerin, Obst & Gemüse – Junkie, Sportlerin. Damals war ich stark übergewichtig, habe mich überwiegend von Fleisch und Kartoffeln, Nudeln, Reis… ernährt, ich mochte bestenfalls Bananen, am liebsten mit Schokolade überzogen, ich kann mich erinnern dass ich Spinat gegessen habe und sehr gern eingekochte Gewürzgurken, aber das war’s dann auch. Vor fast 21 Jahren wurde ich Vegetarierin (mit 14½ Jahren etwa) und damit kam dann auch der Entschluss mich gesünder zu ernähren, und nicht nur nach meiner Auffassung sind Obst und Gemüse dazu ein MUSS. An alles Obst werde ich mich wohl nie gewöhnen, aber neben Bananen ohne Schokolade gehen alle Citrusfrüchte wie Ananas, Orange, Kiwi, ich kann einen Apfel essen ohne das Gesicht zu verziehen aber keine Birnen oder Trauben, keine Rosinen dafür liebe ich neuerdings Cranberries (obwohl von Optik und Konsistenz ähnlich), und Beeren aller Art, allerdings mag ich nur reife Früchte in der Saison oder jetzt eben tiefgekühlt, für Smoothies auf jeden Fall perfekt. Gemüse essen fiel mir deutlich leichter, ich mochte schnell so gut wie alles außer Tomaten, die gehen nur in der Saison frisch und sonnengereift oder früher aus dem Garten meiner Eltern, trotzdem gehen keine großen Mengen als Salat – als Suppe oder Nudelsauce dagegen liebte ich sie schon immer.

300-500 Gramm Gemüse mit Reis, Kartoffeln, Nudeln, sonstigem Getreide und evtl. Hülsenfrüchten oder Tofu oder ein großer bunter Salat als Abendessen mit Ofenkartoffeln oder Baguette gingen immer. Obst essen als tägliche Gewohnheit dagegen konnte ich irgendwie nicht in meinen Alltag integrieren, bis vor wenigen Wochen wurde „Obst“ überwiegend als Marmelade und Eis gekauft, ein Highlight waren hin und wieder 3-4 Bananen oder im Sommer Erdbeeren bevorzugt wenn ich am Wochenmarkt vorbeikam.

Mittlerweile esse ich locker 1-1,5 Kilogramm Obst und Gemüse am Tag, ich besitze eine große Obstschüssel, 5 Kilo Obst und mehr ein bis zweimal pro Woche nach Hause zu schleppen ist keine Seltenheit. J Ich kann prima ohne Chips und Schokolade leben und wenn die Obstschale fast leer ist bekomme ich „Beschaffungsdrang“. Mit der Vorstellung roh-vegan zu werden kann ich mich allerdings (noch) nicht so ganz anfreunden, dazu würde auch konsequenterweise kein Kaffee mehr morgens gehören und vieles mehr.

Ganz gleich ob ihr euch vegan ernährt oder nicht, Sportler seid oder nicht, ich bin überzeugt mit mehr frischem Obst & Gemüse und weniger bis gar keine „Industriekost“ – ich habe mich für „Back to Basics“ entschieden und möchte möglichst nur noch „Zutaten“ kaufen, auch Aufstriche selbst machen etc. – kann jeder seine Ernährung bereichern und fitter und leistungsfähiger werden.

Ich habe schon öfters von Bedenken über zu viel Fruchtzucker gelesen und möchte auch dazu gerne noch ein paar Worte sagen. Fruchtzucker ist eine von mehreren Zuckerarten, bekannt sind den meisten wohl noch Traubenzucker und Laktose (Milchzucker), und das Vorkommen ist nicht nur auf Obst beschränkt – Gemüse enthält mehr oder weniger viel Fruchtzucker (die Unterscheidung Obst & Gemüse ist auch sehr willkürlich, Tomaten, Paprika, Gurken etc. sind auch botanisch nur Früchte einer Pflanze wie Äpfel und Erdbeeren, Karotten würde man wohl den Wurzeln zuordnen), normaler Haushaltszucker, Agavendicksaft ist Fruktose pur, Nüsse enthalten einen Stoff der im Körper ähnlich wirkt … wer sich schon mal mit Fruktosemalabsorption beschäftigt hat, weiß dass Betroffene sich weit mehr einschränken müssen als auf Obst zu verzichten, gerade vegan ist je nach Schwere der Erkrankung nur schwer bis gar nicht möglich. Vermeintliche Probleme entstehen eher dadurch, dass viele einschließlich mir Rohkost nicht in großen Mengen gewöhnt sind. Klar weiß man irgendwo dass man Karotten und viele Gemüse mehr als Salat oder pur knabbern kann und fertig geraspelt begegnet man den Möhrenschnipseln auch in vielen Supermärkten im Kühlregal, aber meine Mutter ist nicht sicher nicht die einzige die nahezu alle Karotten vor dem Servieren in den Kochtopf geworfen hat und mich dahin geprägt, nach dem Stillen geben Babys wir püriertes Gemüse erwärmt statt solange zu warten bis ein paar Zähne oben und unten da sind und sie eine Karotte knabbern zu lassen…; klar gibt es Kompott und auf dem Kuchen werden die Äpfel auch mitgebacken, aber das meiste Obst wandert doch eher selten in den Kochtopf, auf die Biskuitunterlage kommen die Früchte ebenfalls roh. Als mir mal das kochen zu lange dauerte und mein Hunger zu groß war und die letzte Mahlzeit zulange zurück, durfte ich die Erfahrung machen dass gut 1,5 Kilo rohe Karotten und Kohlrabi ebenfalls heftig auf Magen und Darm schlagen können, nicht nur eine Riesenschüssel Obstsalat anstelle von Pizza & Eis zum Dessert. Auch wenn es den Anschein hat man würde es nicht vertragen wenn die Umstellung sehr radikal auf etwa 80 % rohes Obst & Gemüse, durchhalten lohnt sich, die Probleme sind nach wenigen Tagen und Wochen verschwunden. Will man sich 100 % rohvegan ernähren wird auch oft ein paar Tage fasten empfohlen, um den Körper auf etwas Neues einzustellen.

Rohes unverarbeitetes Obst ist die natürlichste Nahrung wie wir sie von der Natur bekommen. Wir sind nun mal nicht in einem weichen Federbett in einer schönen Villa mit Luxusküche aufgewacht, als Mensch angefangen hat den Planeten zu besiedeln, um unsere Nahrung zu zerkochen, zerkleinern, etc. Warum sollte es also schlecht sein? Wir haben nur verlernt den rohen unverfälschten Geschmack von Früchten, einer Karotte, von Champignons, einer Gurke zu genießen. Meiner Meinung nach kann Rohkost durchaus alles geben was wir brauchen, kalorienarme vitaminreiche Früchte, ergänzt mit Nüssen die konzentrierte Energie, Eiweiß und Fette liefern, Fett bekommt man auch über Oliven & Avocado. Einziges Manko wäre das B12 Thema, da gibt es die Theorie der Mikroorganismen auf den Pflanzen die dann für uns das Vitamin produzieren, vielleicht war es ja wirklich so gedacht mal, aber mit dem technischen Fortschritt und den Abgasen in der Luft, den Pestiziden die auf den Feldern ausgebracht werden, wann bitte essen wir solch ungewaschene Pflanzen? Die meisten wohl nicht. Vielleicht hat man früher auch mal das ein oder andere Insekt verschluckt, wenn ich über eine Wiese laufe kann ich sicher auch nicht jedem Käfer ausweichen, würde ich fern von Luxus in einer Höhle leben und ein Feuer anzünden um nicht zu erfrieren würde vielleicht ein paar Holzwürmer mitverbrennen – vegan heißt für mich, keine unschuldigen Tiere bewusst mit Vorsatz zu töten oder töten zu lassen, weil Fleisch ja so lecker ist, das Ledersofa so schick, Pelzkragen „in“ und edel; oder quälen zu lassen für vermeintlich leckere Milch im Kaffee, Käse, Joghurt… Es bedeutet vor allem „Vermeidung des Vermeidbaren“, und Fleisch und Milchprodukte sind vermeidbar.

Meine Tipps spielend mehr Früchte in den Mahlzeiten unterzubringen:

  1. >>5 am Tag<< ist wirklich kein schlechter Ansatz, deswegen am besten gleich morgens damit anfangen. Wer gerne Müsli ist schnippelt sich erstmal 2 Bananen, 1-2 Äpfel, etc. in die Schüssel, dann erst Müsli rein und Pflanzendrink/Joghurt. Oder meine Version eines >>Früchtemüsli<< testen. Esst ihr lieber Brötchen, versucht es mal mit Obstscheiben statt Marmelade. Oder wie wäre es mit einem Stück Obst als Vorspeise oder einem kleinen Schälchen Obstsalat? Wer gar nix essen kann morgens, sollte es mit einem Smoothie probieren, den kann man auch gut mit ein paar Haferflocken anreichern und wer kann schon Beeren und Vanille-Sojamilch widerstehen? Ich hab das schneller getrunken wie gemixt.
  2. Fruchtjoghurt selber machen! Statt die Fertigpampe aus dem Supermarkt mit einer kleinen Menge Erdbeeren, aufgepeppt mit Aromen und gefärbt mit Gemüsesaft, lieber Natur(soja)joghurt kaufen und mit frischem Obst und evtl. etwas Agavendicksaft mischen – yummi.
  3. Milchreis und Grießbrei mit Zimt und Zucker sind lecker. In Zukunft einfach nur die Hälfte kochen und mit kleingeschnittenem Obst mischen. So kann selbst ich 2 Äpfel essen, auch wenn mich es immer noch Überwindung kostet in einen Apfel zu beißen. 1 Ananas oder 1 Kilo Orangen geht ohne Probleme.
  4. Apfel- und Blaubeerpancakes kennt wohl jeder, aber dünne süße Pfannkuchen lassen sich prima kleingeschnittenem Obst und evtl. etwas Schlagsahne (gibt’s auch vegan aus Soya, Reis und Kokos) füllen. Waffeln sind lecker, auch hier ist weniger mehr, ergänzt mit frischem Obst spart man jede Menge Kalorien und bekommt viele Vitamine gratis. Schokokuchen lässt sich prima mit zerdrückten Bananen aufwerten, Nusskuchen mit geraspelten Äpfeln,… Pluspunkt der Kuchen bleibt durch den hohen Wasseranteil im Obst lange saftig und wird nicht so schnell trocken.
  5. Apfel-Möhren-Rohkostsalat ist bekannt, aber Mandarinen/Orangen oder Ananas schmecken auch in bunt gemischten Salaten auf der Basis von Blattsalaten, Ananas finde ich auch im Nudelsalat sehr lecker. Sehr zu empfehlen ist auch ein Orangen-Fenchel-Salat. Der Saft von Orangen, Zitronen oder Limetten eignet sich auch wunderbar für Dressings anstelle von Essig, gerade wenn man Probleme mit Sodbrennen hat eine gute Alternative.
  6. Auch bei warmen Mahlzeiten kann man Obst verarbeiten, sei es Ananas auf Pizza oder in einem asiatischen Gemüse Curry, aber auch in Suppen. Inspiriert von der Apfel-Rote-Beete-Suppe im „denn’s Bistro“ habe ich mir die Tage, auch weil es so schön wärmt bei den kühlen Temperaturen zur Zeit, eine Apfel-Möhren-Haferflocken-Suppe gekocht anstelle von Rohkostsalat. Ich bin in der Küche gerne kreativ und probiere gern neue Sachen aus, aber so lecker habe ich selten gegessen.
  7. Obst zum Nachtisch ist lecker, Pudding aber auch, keine Frage. Aber füllt doch mal ein Dessertschälchen mit 1-2 kleingeschnittenen Bananen und gebt den Schokopudding quasi als „Deko“ drüber, Vanillepudding über (Erd-)Beeren oder Orangen/Mandarinen jetzt wo die leckeren Früchte Saison haben und entsprechend preisgünstig sind… Lecker und voller Vitamine ohne auf den Geschmack von Pudding zu verzichten. Fruchtsorbet ist natürlich eine leckere Art im Sommer Obst zu genießen, aber auch wer wie ich eher auf (Soya)Milcheis steht, kann wie ich es gern mache eine kleine Portion von 1-2 Kugeln in ein Müslischälchen geben und dann mit reichlich kleingeschnittenem Obst auffüllen, evtl. mit einem Klecks Sahne dekorieren. Sehr lecker. Gleiches gilt natürlich auch für Milchshakes.
  8. Für alle Naschkatzen: Auch Schokolade geht gesund! Ich hab zwar nur noch selten Appetit auf Schokolade und wenn esse ich nur ein paar Stücke und dann kann die angebrochene Tafel schon mal wochenlang neben dem Laptop auf dem Schreibtisch liegen ohne dass ich dran denke oder sie eines Blickes würdige. Aber statt eine Tafel zu verputzen, statt dessen Kuvertüre kaufen, etwas im Wasserbad schmelzen, das Obst nach Wunsch kurz eintunken und trocknen lassen und selbst Schokofrüchte herstellen. Wie auf Jahrmärkten, nur billiger und jederzeit schnell verfügbar. So hat man das gute vom Obst und den Genuss von Schokolade auf der Zunge.

Ihr seht also man nicht gleich ganze Mahlzeiten ersetzen oder auf liebgewonnene Dinge verzichten. Mit ein bisschen Kreativität und kleine Veränderungen in der Routine kann man seinen Speiseplan trotzdem mit deutlich mehr frischem Obst bereichern. Es gibt auch keine vollkommen schlechten Nahrungsmittel – gut zu tierischer Nahrung hab ich meine eigene Meinung und mich vor 3 Jahren dagegen entschieden, die Dosis macht das Gift.

Ich danke ALLEN die diesen langen Text gelesen haben.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren. Ich freue mich über Kommentare!

Alice

>>Früchte-Müsli<<

Nein hier kommt keine Einkaufsempfehlung einer Neuentdeckung aus dem Supermarkt, sondern mein absolutes „Lieblingsessen“ dass ich zur Zeit fast jeden Tag esse – prima als Frühstück, vor dem Sport, Post-Run-Snack, vor-dem-Schlafengehen-Snack…

Im Moment ist meine Einstellung „Back to Basics“, also nur Zutaten und möglichst wenig Fertigprodukte kaufen, und ich habe mich gestern gegen jegliche Fertigmüslis und überzuckerte Fruchtjoghurts mit einer Handvoll Erdbeeren und Aromen entschieden und mixe lieber selbst nach Lust und Laune. Außerdem schmeckt die tollste Müslimischung irgendwann langweilig, Leinsamen können auch mal im Brot landen, Nüsse und Trockenfrüchte in Kuchen oder als Snack, Sonnenblumenkerne peppen den Salat auf… Man hat somit kürzere Lagerzeiten und eine geringere Chance dass etwas vergessen verdirbt.

Früchtemüsli[1]

Hier mit Kiwi & Walnüssen 🙂 Yummy!

Zutaten:

  • 150-200 g Soya-Naturjoghurt (ich nehme immer Soyadé oder Provamel, beide ungesüßt, eignen sich auch für Tsatziki, Dips, Frischkäse…)
  • Haferflocken, Leinsamen (ganz oder geschrotet je nach Geschmack), Kleie etc. nach Belieben
  • optional 1-2 TL Agavendicksaft
  • frische Früchte nach Belieben, z. B 3-4 Kiwi oder 2 Orangen oder 1/2 Ananas ….
  • optional Walnüsse oder Kokosflocken etc.

Zubereitung:

  1. Joghurt in eine Müslischale geben, Müsliflocken & Co und evtl. Agavendicksaft dazu und gut verrühren.
  2. Obst ggf. schälen und klein schneiden, zur Müsli-Joghurt-Mischung geben und untermischen.
  3. evtl. mit gehackten Nüssen oder Kokosflocken bestreuen & genießen 🙂

Reichlich Eiweiß, Kohlenhydraten, Vitamine & Ballaststoffe & superlecker, für mich das perfekte „Läuferinnen-Essen“.

Ich mag das Müsli gerne leicht „angematscht“, wer es lieber etwas kernig haben möchte bereitet zuerst das Obst vor. Eine fertige Müslimischung geht natürlich auch; nach Lust & Laune kann man noch weitere Zutaten wie Trockenobst (Rosinen, Cranberries,…) oder Sonnenblumenkerne etc zugeben. Die obige Liste dient nur als Beispiel.

Wenn ich früher Obstsalat mit Joghurt gemacht hat, wurde der nach einiger Zeit bei Verwendung von Kiwis bitter. Ob das nun an der Kuhmilch oder am „Joghurt“ an sich lag weiß ich nicht – soll es also Post-Run-Snack sein, die vorbereiteten Kiwis separat aufbewahren sicherheitshalber und erst kurz vor dem Verzehr untermischen. Wenn jemand die Frage beantworten kann, bitte einen Kommentar hinterlassen.

Guten Appetit!

Alice

Warum ich vegan lebe oder wie kommt es zu meinem Blog-Motto

Mein Blog hat das Motto:

>>Live Vegan. Go Running. Feel Better!<<

Ich finde dieses Motto passt perfekt, weil alles irgendwie zusammengehört – auch wenn ich das vor 3 Jahren noch nicht wusste.

130228_184616

Ein veganer Einkauf ist einfach bunter 🙂

Vegan lebe ich seit dem 20. Dezember 2011 bzw. fasste den Entschluss dazu, denn ich habe die noch im Kühlschrank vorhandenen unveganen Lebensmittel aufgebraucht. Zum einen weil ich schlicht nicht viel Geld habe um Essen in den Müll zu werfen, wo sich auch hierzulande Leute aus Mülltonnen ernähren. Zum anderen macht es das Leid der Tiere nicht ungeschehen, dass ich mit unterstützt habe, es hieße das Opfer dass die Kuh gebracht hat als ihr das Kalb direkt nach der Geburt entrissen wurde mit Füßen treten. Auch jetzt noch kommen mir die Tränen wo ich diese Zeilen schreibe. Ihr ahnt es wohl, vegan wurde ich um der Tiere willen rein aus ethischer Motivation heraus.

Der Wunsch dazu war schon sehr lange in mir, aber ich wollte und will nicht auf meinen morgendlichen Kaffee mit „Milch“ verzichten und kannte nur Sojamilch die abscheulich gerinnt, und so blieb ich Vegetarierin, Fleisch esse ich schon über 20 Jahre nicht mehr. Ich war in jenem Dezember krank, hatte einen Magen-Infekt und um mich abzulenken und weil ich, auf jeden Fall beim Essen, ein sehr neugieriger Mensch bin surfte ich im Internet nach veganen Kuchenrezepten denn ich wollte schon immer mal wissen wie man ohne Milch und Eier backen kann. Ein Klick führte zum nächsten, ich las über das Leid der Tiere denen es auch in „BIO“-Haltung nicht wirklich besser geht, und mir war plötzlich von ganzem Herzen klar: „Da mach ich nicht mehr mit!“ Ich habe jahrelang nur Bioprodukte bei Milch, Eier, Käse, Joghurt ….. gekauft, gerade bei (Bio)Eiern hatte ich immer das idyllische Bild in Omas Garten im Kopf der 20 Hühner mit großem „Gehege“ und eigenem Steinhaus. Dass es nun mal auch männliche Küken gibt ohne wirtschaftlichen Nutzen, die geschreddert oder vergast werden ohne die ersten 24 Stunden zu überleben, wird in der schönen heilen Werbewelt nicht publik gemacht. Und auch bei den überlebenden Hennen dachte ich bei „Bio“ nicht an Futter vom Fließband wie es bei der Firma „Heirler“ üblich ist, wie in einem Artikel über einen der größten Produzenten von Bio-Eiern zu lesen war. Wenn überhaupt als kleiner Kompromiss 1 Liter Milch pro Woche für meinen Kaffee – aber auch hier habe ich mit Hafermilch eine gute Lösung für die Tiere und für mich gefunden. Mandelmilch eignet sich auch perfekt wenn das Liebe Geld nicht wäre. Den absoluten Ausschlag gab eine Tasche, die ich mittlerweile auch besitze mit der Aufschrift: „Vegan means I don’t eat, wear or exploit animals!“ – ja mittlerweile wurde der Text ein wenig verändert – und  mir war definitiv klar in meinem Leben läuft in dieser Hinsicht gründlich was falsch und das wollte ich dringend korrigieren. Ich habe nie zurückgeblickt, diese ganz spontane Entscheidung niemals bereut , weil es sich in meinem tiefsten Innern so absolut richtig angefühlt hat.

An mich, meine Gesundheit oder sportliche Fitness habe ich dabei gar nicht gedacht. Sport als Raucherin habe ich für mich als Option eh völlig ausgeschlossen. Krank war ich jetzt auch nicht wirklich, wie wir uns ernähren kann keine durch Skoliose verkrümmte Wirbelsäule gerade biegen. Ich merkte aber sehr schnell dass es mir besser geht, ich mehr Energie habe, pflanzliches Essen nicht so lange schwer im Magen liegt auch wenn ich mal üppig geschlemmt habe, und das beste war dass ich meine übrigen Allergien losgeworden bin gegen Tierhaare/speziell Hundehaare, nicht mehr ständig einen großen Bogen machen muss wenn ich Hunden in der Stadt begegne oder auch wenn beim Treffen der „Würzburg Vegan“-Gruppe Hunde mit sind kann ich sie streicheln, knuddeln ohne dass die Haut am ganzen Körper sich rötet. Der Heuschnupfen ging mit dem Fleisch inkl. allergischem Asthma, Sommer drinnen, ständig niesen und tränende Augen im Freibad… keine schöne Kindheit. Spätestens dann war klar: „Ich bleib dabei – für MICH – für den Rest meines Lebens.“ Auch wenn ich im Januar eines besseren belehrt wurde – nach 6 Monaten vegan zurück zur Allesesserin – ist es für mich und wohl für die meisten eine Einbahnstraße wo es kein weg zurück gibt. Höchstens noch einen kleinen Schritt nach vorne zur Rohveganerin, aber ich glaube das kann oder will ich mir (im Moment) nicht vorstellen. Ich esse sehr viel und gerne Obst und rohes Gemüse, aber keinen Kaffee und Tee, nie wieder Kartoffeln, Nudeln, Reis, Kichererbsen….  ich glaube nicht.

Ich bin nicht gläubig, sondern Atheistin, die Toleranz von Fleischkonsum und „Du sollst nicht töten“ passen für mich nicht zusammen und einiges mehr. Wenn man wirklich gläubig ist, Gottes Plan war dass wir und von der Fülle der Pflanzen ernähren, die Tiere dienen unserer Gesellschaft, biologisch gesehen bin auch ich nur ein Säugetier dass aufrecht über diese Welt schreitet. Aber ich finde dass der Prozess des Veganwerdens ganz stark Bewusstsein & Wahrnehmung verändert. Plötzlich fühlte ich mich nur noch als kleines Staubkorn im Universum, kleiner Teil eines großen Ganzen. Solange wir tierische Produkte konsumieren, Tiere als „Produzenten“ für was auch immer missbrauchen, stellen wir uns, wenn auch vielleicht unbewusst, eine Stufe über die Tiere. Seit ich vegan lebe, sehe ich alle Geschöpfe gleichwertig an. Ich rede mit Spinnen und Marienkäfern die sich in meine Wohnung verirren, ich rette Grillen vor dem ertrinken und schenke ihnen die Freiheit wenn sie in meinem Orangensaft landen, ich habe keine Fliegenklatsche, ich renne nicht mehr schreiend aus dem Zimmer wenn eine Biene durchs Fenster schwirrt….

Fehlt noch der letzte Punkt: Sport bzw. das Laufen. Ich bin ja vor 15 Jahren mal ein paar Monate gelaufen, aber in der Schule war ich die mit der 5 im Sport, die übergewichtige, und ja als Raucherin musste das einfach zum scheitern verurteilt sein. Wie ich zur Läuferin wurde habe ich ja in meinem vorletzten Artikel „Ein Paket das Alles verändert…“ beschrieben. Laufen war für meinen Körper nix völlig Neues war, und ich habe deshalb schnell den Einstieg gefunden, es ist wie radfahren oder schwimmen, einmal gelernt vergisst es unser Kleinhirn nicht. Und ich kann nach 6 Monaten definitiv sagen, dass ich trotz der Nikotinsucht vegan fitter bin und schneller länger weiter laufe als vor 15 Jahren als nichtrauchende Vegetarierin. Dank Daniels Plädoyer für mehr Obst in der Ernährung – zu lesen hier auf „bevegt“ und ich jetzt statt hin und wieder 3-4 Bananen mein Obst kiloweise kaufe – mit 3-4 Orangen, 1-2 Bananen & 1 Liter Smoothie laufen die Füße fast von alleine – kann ich trotzdem rückblickend sagen dass die schlechtgeplanteste vegane Ernährung mit Pizza, Pommes & gelegentlich fertigen Tofuburgern aus dem Supermarkt sportlicher, fitter, leistungsfähiger gemacht hat als je zuvor in meinem Leben.

140714_202430

So glücklich macht mich nur ein langer Lauf 🙂 – ausgepowert auf dem Kinderspielplatz

Laufen zu können ist ein wunderbares Geschenk, über das wir uns jeden Tag freuen sollten, und darum dieser Blog um meine Freude darüber zu teilen und vielleicht andere anzustecken es mir nachzumachen. Wenn ich laufe fühle ich mich vollkommen glücklich, auf keinem Foto schaue ich so zufrieden aus wie hier nach einem 14 Kilometerlauf auf meiner „AboutMe“-Seite. In diesen Momenten bin ich eins mit meinem Körper, bin Muskeln, Bewegung und bei einem Sprint mit knapp 40 km/h über die Straße auch mal einfach nur im Rausch der Geschwindigkeit. Das Laufen gibt mir Freude, Zufriedenheit und ein besseres Lebensgefühl, und die Entscheidung vegan zu leben, eine der besten Entscheidungen überhaupt, hat meiner Überzeugung nach großen Anteil daran, vor allem daran überhaupt lange und ausdauernd laufen zu können.

Alle die bis hierher durchgehalten haben – Danke für’s Lesen.

Lebt ihr vegan oder vegetarisch? Wenn ja warum? Oder warum nicht? Ich freue mich über Eure Kommentare.

Eure Alice

Rauchen und Laufen…

…. geht nicht?

Auch wenn man es bei einer Veganerin nicht erwartet und es auch eher selten ist: „Ja ich rauche.“ In meinem zweiten Leben bin ich aber auch essgestört/akut magersüchtig und da ist es nicht wirklich so selten.

Vor einem Jahr glaubte ich auch noch daran, dass ich mit einem Buch oder vor dem Laptop besser aufgehoben bin und meine Raucherlungen ganz sicher nicht für (Ausdauer) Sport geschaffen sind. Auch wenn ich schon einige rauchende Sportler und sogar Marathonläufer kennengelernt habe, ICH bin schließlich ICH, ganz sicher nicht zur super-talentierten Profisportlerin geboren, schon in frühester Kindheit und die meiste Zeit meines Lebens (stark) übergewichtig, die erste die bei Rennspielen ausgeschieden ist und ihre Zeit lieber mit Büchern verbracht hat statt mit den Nachbarskindern zu spielen, die mit der 5 in Sport… obwohl auch Rauchern Bewegung/Ausdauersport dringend angeraten ist um das Risiko später an COPD zu erkranken zu senken, für war das nix!

Ein Lebensmotto von mir könnte sein: „Ich muss an meine Grenzen gehen um zu wissen wo sie liegen!“. Wie viel Alkohol kann ich trinken ohne mich allzu schlecht zu fühlen? Wie wenig Essen genügt zum überleben? Kann man mit 1 Banane 10 km laufen oder nur im Fettstoffwechsel? – ja kann man. Rauchen hin oder her, einmal angefangen machte ich bereits in der ersten Woche im Mai sehr schnell Fortschritte und der Ehrgeiz hatte mich gepackt. Ich bin bei fast jedem Training an meine Grenzen gegangen, wollte wissen wie weit ich trotz allem kommen kann und stellte fest: Es geht doch! 1 Stunde langsam laufen am Ende der 1. Woche, 8 Kilometer, nach 6 Woche 10 Kilometer, auch mal 14 mit gehen, dann immer schneller, mittlerweile 90 Minuten durchlaufen und 14 Kilometer schaffen statt 10 im Juli. Akute Magersucht inklusive, aber BMI noch im Normbereich. Und ja ich habe Spaß dabei, ich laufe gerne, ich bin eins mit mir und glücklich wenn ich laufe, ich japse nicht permanent nach Luft und ich denke 2-3 Stunden nicht mal an Zigaretten, weil Sport nicht mit Zigaretten konditioniert ist.

Mittlerweile bin ich überzeugt dass (fast) jeder – Leute mit körperlichen Einschränkungen mal außen vor – laufen kann wenn er es wirklich will und bereit ist hart dafür zu trainieren. Raucher oder nicht. Dass ich mich weiter verbessern werde wenn ich regelmäßig trainiere und das nächste Etappenziel 10 Meilen bald erreiche. Dass ich es auch mit Zigaretten zum Halbmarathon nächstes Jahr schaffe und irgendwann zum Marathon, NUR weil ich es will, weil es zu einem großen Wunsch/Traum geworden ist den ich mir erfüllen möchte.

Aber ich mache mir auch nix vor, und davon abgesehen dass es eine Menge Geld kostet dass ich sinnvoller investieren kann, verbessert rauchen sicher nicht meine Ausdauer und verhilft mir zu meiner persönlichen Bestzeit. Und da ich schon irgendwo wissen möchte was mein Körper zu leisten vermag, hoffe ich dass ihr in dieser Rubrik bald meinen Weg zur nichtrauchenden Läuferin verfolgen könnt.

Ich habe es schon oft versucht und weiß es ist eine Sucht und nicht leicht das rauchen zu lassen. Aber man ist nur dann gescheitert, wenn man es nicht mehr versucht. Aufstehen, Krönchen richten, weitergehen. Wäre ich zurück nach Hause gegangen als ich an jenem Frühlingsabend im Mai nach wenigen hunderten Metern am ersten „Hügel“ gescheitert bin, wäre ich nie zur Läuferin geworden, hätte dieses Blog nicht gegründet, wäre nicht die, die ich heute bin. Irgendwann MUSS es klappen und vielleicht ist das auch euer Weg. Mit laufen oder einer anderen Sportart anzufangen und Ehrgeiz zu entwickeln, seinem Leben ein neues Ziel geben das mit dem Rauchen kollidiert. Für mich hat das Laufen eine viel höhere Priorität gewonnen als „Kaffee, Kippen, Facebook….“, wenn ich laufe stört mich der Rauch anderer Raucher die meinen Weg kreuzen sogar mittlerweile. Und jeder Raucher gibt mir Motivation für mindestens 100 weitere Meter, bestätigt mich dass ich das Richtige tue. Ich trinke sehr wenig Alkohol, auch wenn ich nicht nie sagen möchte und hier in Bayern, wo Bier ein Grundnahrungsmittel ist, ein kaltes Weißbier im Sommer durchaus zu schätzen weiß oder mal ein Glas guten veganen Wein, aber ich möchte nicht zu den Leuten gehören die ich Abend vor Abend mit Bier und Kippen vor der Kneipe sitzen sehe hier im Viertel oder auf den Parkbänken, es soll nicht mein Lebensinhalt sein, nie wieder, ich möchte meine Freizeit nicht danach ausrichten, dass ich dabei rauchen kann.

Wenn ich den ein oder anderen motivieren könnte, mir zu folgen, würde ich mich freuen. Oder vielleicht ist der ein oder andere mir einen Schritt voraus und kann mir Tipps geben? Schreibt eine Kommentar.

Ein Paket das ALLES verändert….

Diesen Beitrag widme ich Gerhard Busch, einen ganz lieben und für mich wichtigen Menschen. Danke dass ich Dich kennenlernen durfte!

Der Inhalt meines Päckchens - meine geliebten Laufschuhe :)

Der Inhalt meines Päckchens – meine geliebten Laufschuhe 🙂

Als die meiste Zeit meines Lebens bekennende Nicht-Sportlerin, und der festen Überzeugung dass Sport und Rauchen ohnehin nicht funktionieren, fanden sich in meiner Wohnung logischerweise keinerlei Sportschuhe und Sportkleidung. Ausnahme bildete lediglich ein Badeanzug um mich bei über 30° C im Schatten mal im Freibad abkühlen zu können.

Als dann letztes Jahr eine psychosomatische Reha anstand, erfuhr ich auf der Homepage der Klinik dass Sportschuhe ein absolutes MUSS sind weil auch diverse Bewegungstherapien auf dem Plan stehen. Da ich nicht wirklich viele Reichtümer auf dem Konto habe, kam dann im Februar oder März ein kleines Paket mit 1 Paar fast neuen Turnschuhen. Danke lieber Gerhard und liebe Carmen an dieser Stelle! Die „neuen“ Schuhe kamen erstmal in den Schrank und warteten auf ihren Einsatz. Damals hätte ich nie für möglich gehalten dass daraus mal meine Lieblingsschuhe werden.

Bis aus mir eine Laufanfängerin und Läuferin wurde, sollte aber noch viel Zeit vergehen. Irgendwann an einem heißen Tag abends im Mai oder Juni habe ich spontan die Laufschuhe geschnürt und bin viel zu schnell um den Block gesprintet um nach 5 Minuten hyperventilierend vor meiner Haustür zu stehen. Nach 2 oder 3 solcher Aktionen war es dann auch erst mal. Ich wusste ja von Anfang an: „Ich bin für Sport nicht geschaffen!“

Am letzten Julitag, 1 Tag nach meinem 34. Geburtstag, wurde dann ein bisschen an meinem Ego gekratzt, als ich natürlich mit dem Bus zu IKEA gefahren bin und an der Bushaltestelle eine ältere Dame zwischen 75 und 80 Jahren getroffen habe, die mich nach den Fahrzeiten gefragt hat. Von der Haltestelle bis zum Eingang konnte sie problemlos mit mir notorischen Raucherin mithalten. Wir haben dann Gratis-Kaffee getrunken und ich hab mich ein wenig mit ihr unterhalten und sie meinte wenn sie sich nicht 6 Wochen zuvor den Fuß gebrochen und einige Zeit im Rollstuhl verbracht hätte, würde sie normalerweise mind. 1 x die Woche zu IKEA laufen, um Kaffee zu trinken und sich ihre Zeit als Rentnerin die sie war zu vertreiben. Okay sie hatte es von ihrem Haus in Lengfeld ein klein wenig näher als ich, aber mittlerweile laufe ich regelmäßig am IKEA vorbei und weiß dass es über Wald und Feldwege auch nur knapp 2 km sind von meiner Wohnung aus, an der Straße entlang wohl etwas mehr vermute ich. Zurück im Bus sah ich sie dann auch nach hause gehen. Irgendwie ging mir das wohl noch lange im Kopf rum dass eine alte Dame noch besser zu Fuß ist wie ich. Ich hätte es aber auch weiter geschätzt, so 4-5 km. Und wenn ich in der Innenstadt meine Einkäufe mache, hatte ich noch nie Probleme 10 km und mehr pro Woche zu Fuß zu gehen.

Vor etwa 1 Jahr lernte ich dann über Facebook einen Streakrunner, Marathon und Ultramarathonläufer kennen. Irgendwann wurde ich gefragt, ich sollte mir vorstellen, wie es wäre 2015 oder 2016 an einem Halbmarathon teilzunehmen. Meine Antwort war: „Anstrengend!“ Und all die Zeit die fürs Training draufgeht, wo man doch in der gemütlichen Wohnung mit Kaffee & Kippe vor dem Laptop sitzen kann. Nein doch nicht mit mir!

Eine Woche vor Weihnachten hatte ich dann meinen Therapieplatz, und als ich mit meiner zuständigen Therapeutin die Sporttherapien durchgesprochen hab, meinte ich dann auch schwimmen ist okay, aber laufen ginge absolut gar nicht. An einem Montag im Januar habe ich dann eine Sportstunde verpasst, ich war zu spät dran und die Tür der Sporthalle war abgeschlossen – allerdings hatte ich auf Bogenschießen noch weniger Lust wie auf Laufen. Aber irgendwie stand Sport auf dem Plan, also bin ich in mein Zimmer, hab mir Leggings, Jogginghose, T-Shirt und Fleecejacke angezogen und bin 10 Minuten inkl. ein paar Schritte gehen eine Minirunde gaaaanz langsam ums Klinikgelände und den Wald dahinter gelaufen – aber trotzdem war ich irgendwie ganz stolz dass ich laufen war. Die erste Woche bin ich gestreakt und dann auch die restlichen 2-3 Wochen bis zum Ende weitergelaufen mehrmals die Woche wann immer eine Lücke im Therapieplan war, konnte sogar dann irgenwann um die 45 Minuten laufen und hab drumgebettelt in die Laufgruppe zu kommen. Aber hinterher hab ich rausgefunden dass ich in der Zeit nur um die 3 km geschafft habe.

Eigentlich sollte man meinen Januar, norddeutscher Dauerregen in Schleswig Holstein, denn die Therapie war 600 km im Norden in Bad Bramstedt, zeitweise -20° C und Schnee wäre der ungeeignetste Zeitpunkt überhaupt mit dem Laufen zu beginnen, im Frühjahr bei angenehmen 20-25° C und Sonnenschein zieh es die meisten eher nach draußen. Aber irgendwie passte es wohl für mich und durch den unberührten Neuschnee laufen hat was, auch wenn es super-anstrengend ist vorwärts zu kommen. Damals hatte ich fest vor zuhause mit dem Laufen weiterzumachen, weil ich schon ziemlich bald einige der in meinem 1. Artikel >>Warum ich laufe<< positiven Aspekte erlebt habe.

Wieder zurück vom flachen Land in den fränkischen Bergen startete ich dann auch am 3. Tag zu einem kurzen Lauf. Da ich jedoch schnell feststellen musste, dass ich mangels Training an jeglichen kleinen Steigungen scheitere, dazu wurde ich noch von einem Nieselregen überrascht und bei den üblichen Temperaturen Anfang Februar war die Abkühlung nicht wirklich willkommen. Somit hatte sich das Thema laufen dann erst mal wieder gründlich erledigt.

Irgendwann im Mai gab es dann den 3 und letzten Anlauf – alle guten Dinge sind eben manchmal doch 3. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und ich musste mal wieder zum Supermarkt meine Vorräte auffüllen – und zwar tegut in der Sanderau wie meistens weil ich dort die größte Auswahl an veganen Produkten habe. Irgendwie hatte ich plötzlich so gar keine Laune meine Zeit in stickigen Bussen und Straßenbahnen zwischen schwitzenden, stinkenden Menschen zu verbringen, und so bin ich ganz spontan an der Haltestelle vorbeimarschiert und die ganzen 7 Kilometer zu Fuß gegangen in „nur“ 65 gemütlichen Minuten inkl. einem Abstecher zum Benito mir 2 Kugeln veganes Eis kaufen. Zurück mit den vollen Einkaufstaschen und bergan habe ich allerdings sehr gerne meine Monatskarte und die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt. Irgendwie war ich dann wohl noch so voll Power und auf Bewegung eingestellt, dass ich mich zuhause gar nicht  lange aufgehalten hab, Sportschuhe hervorgekramt, Shorts und Top angezogen und eine kleine Runde gelaufen bin. Zwar musste ich an der ersten kleinen Steigung eine „Gehpause“ einlegen, bin wohl auch zu schnell losgelaufen mal wieder, aber diesmal wollte ich nicht kleinbeigeben.

Am 2. Tag ging es schon besser, ich kam den „seichten Hügel“ locker hoch, was wohl mit daran lag dass ich zur Motivation eine Läuferin voraus hatte, irgendwie hat mich das angespornt. 1 Meile bis kurz vor IKEA hab ich geschafft, dann nach einer kurzen Gehpause ging es wieder nachhause. In der 1. durchgestreakten Woche machte ich diesmal Mega-Fortschritte, an Tag 3 oder 4 konnte ich eine halbe Stunde durchlaufen, an Tag 7 war es dann eine volle Stunde und 7 Kilometer. Eine Pace von 9 Minuten ist zwar mega langsam, spazierengehen kann ich fast schneller, aber ich war trotzdem stolz denn vor 1 Jahr hätte ich niemals geglaubt 1 Stunde in Bewegung bleiben zu können.

Seitdem laufe ich mehr oder weniger regelmäßig 3-4 mal pro Woche, wenn es auch die ein oder andere Auszeit gab. Schon im Mai kam der Wunsch in mir hoch doch mal irgendwann Halbmarathon und Marathon zu laufen und jetzt bin ich diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen. Hing ich wochenlang an den 8 km und war im Juli stolz die 1. 10 Kilometer meines Lebens in rund 85 Minuten gelaufen zu sein, laufe ich mittlerweile eine Durchschnittspace von rund 6 Minuten 30 Sekunden, einzelne Kilometer in rund 5 Minuten und kann jetzt 90 Minuten und 14 Kilometer durchlaufen. Das nächste Etappenziel sind die 10 Meilen, etwa 16,7 Kilometer. 2/3 der Strecke gehen schon mal, und ein Halbmarathon im Frühjahr ist zum greifen nah, nicht nur finischen sondern sogar unter 2 Stunden 30 Minuten  zu bleiben, womit ich mehr als zufrieden wäre. 2016 oder 2017 soll es dann ein echter Marathon werden, aber ich will mir keinen Zeitdruck machen und am Ende die Freude am Laufen verlieren.

Dieses kleine unscheinbare Päckchen hat mein Leben verändert und dafür bin ich unendlich dankbar. Ich hätte mir nie selbst Laufschuhe gekauft, weil ich nicht geglaubt hätte an dieser Investition Freude finde. Mittlerweile fühle ich mich in Sportkleidung am wohlsten, habe mich Anfang Oktober bei Tchibo mit Winter-Lauf-Funktionskleidung ausgerüstet und trage meine Sportjacken zu allen möglichen Gelegenheiten, ob zur Jeans oder zu „schick“ in Strumpfhosen und Mini. Anders hätte ich mir wohl für die Reha preiswerte Turnschuhe bei Deichmann oder so geholt, aber ich glaub nicht dass ich in diesen billigen schlecht gedämpften Schuhen die gleiche Freude und Leidenschaft am und für den Laufsport entwickelt hätte. Bald sind wohl neue Schuhe fällig, die ersten Sportschuhe die ich ruiniert hab, aber ich freue mich ausnahmsweise mal über kaputte Schuhe, beweist es mir doch dass ich für mich untypischen Durchhaltewillen gezeigt habe langfristig an einer Sache dranzubleiben. Runtastic zeichnet die Läufe erst seit Ende August auf meinem Smartphone auf und das auch mit Fehlern, seitdem über 300 km und insgesamt sicher zwischen 600 – 700 km die ich dieses Jahre „laufend“ zurückgelegt habe.

Kommentare sind immer willkommen.

Warum ich laufe?

Dies wird mein erster Beitrag auf meinem nagelneuen Blog. Als Einstieg hab ich mir überlegt, die Dinge aufzuschreiben dir mir „Laufen“ gibt und an Verbesserungen gebracht hat, und warum es sich lohnt immer wieder bei Wind und Wetter die Laufschuhe zu schnüren.

1. Laufen entspannt

Ja laufen ist anstrengend für den Körper, aber nach den ersten schweren Wochen oder Monaten, wenn der Körper die neue Art der Fortbewegung verinnerlicht hat, genießt man die leichte Anstrengung als Ausgleich für das stundenlange sitzen am PC, vor dem TV, auf dem Sofa, im Auto… man kann dabei herrlich nachdenken, bekommt den Kopf frei, genießt die frische Luft. Das Gefühl nach dem Lauf wenn man mal soweit ist 10 km und mehr durchzuhalten ist einfach großartig.

2. Laufen macht glücklich

Auch nach rund 6 Monaten mehr oder weniger regelmäßigen Laufens ist nicht jeder Lauf, jeder Kilometer, locker und leicht, aber die Momente wo man mit 35-40 km/h über die Straße sprintet oder wo sich die Füße fast von selbst vorwärts bewegen und man so laut wie möglich „It’s my life, it’s now or never…“, „Who the fuck is Alice?“ oder was sonst noch an motivierender Musik auf dem Mp3-Player ist mitsingt sind einfach unbezahlbar.

3. Laufen bekämpft Rückenschmerzen

Meine Skoliose macht sich durch das regelmäßige Training kaum noch bemerkbar, meine Haltung hat sich verbessert, meine Beweglichkeit, ich bin so gut wie schmerzfrei. Zu diesem Thema werde ich sicher nochmal einen ausführlichen Artikel schreiben.

4. Für uns Frauen: Laufen bekämpft Menstruationsschmerzen

Jeder Monat hatte ein paar schwere Tage bereit, ohne Ibuprofen ging gar nix und bisweilen hab ich mich so vor Schmerzen gekrümmt, dass ich mich gefragt habe ob ich mit 35 noch eine Gebärmutter brauche. Auch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an.

5. Laufen verbessert den Gleichgewichtssinn

Ich gehöre zu denen, die wirklich über jeden noch so kleinen Stein stolpern können und sich blaue Flecken holen. Durch das regelmäßige Laufen, nicht nur auf Asphalt sonder auch im Gelände auf Feldwegen, in Wald & Park oder über die groben unebenen Pflastersteine auf der Mainpromenade hat sich auch das gebessert und ich kann mich viel besser auf den Beinen halten wenn ich doch mal stolpere. Ich wundere mich fast über mich selbst dass ich in all den Monaten nur 1 x während eines Laufs hingefallen bin als ich beim Sprint über die Straße gegen die Bordsteinkante gerannt bin, aber ernsthaft verletzt habe ich mich bis jetzt nie.

6. Nie mehr die StraBa verpassen

Noch vor 1 Jahr hat mich jeder Sprint zu Bus und Straßenbahn zum hyperventilieren gebracht und meistens war es doch vergeblich. Mit der neuerworbenen Ausdauer bringt mich ein kleiner Sprint längst nicht mehr aus der Puste. Einmal hab ich sogar noch eine StraBa bekommen die an mir vorbeigefahren ist während ich noch 3-5 Gehminuten von der Haltestelle entfernt war.

7. Besser aussehen

Regelmäßiges Stabilisations-Krafttraining ist zwar auch für Läufer wichtig und wird leider auch von mir zu sehr vernachlässigt, aber im Vergleich zu meinem untrainierten Körper erzielt man auch durch laufen deutliche Verbesserungen. Ich finde gerade über den Knien wölben sich Muskeln die vor einem halben Jahr definitiv nicht da waren. Und Taille, Beine, etc werden bedeutend schlanker wenn Fett den Muskeln weicht, überproportional zu den Kilos die ich abgenommen habe.

8. Ich will mir den Traum vom Marathon erfüllen

Schon nach kurzer Zeit hatte ich den Wunsch irgendwann mal einen Marathon zu laufen und dazu braucht es regelmäßiges Training ohne Wenn und Aber. 14 Kilometer in 90 Minuten Dauerlauf klappen mittlerweile, und im April soll es erst mal zum „Aufwärmen“ der 10 Kilometer Residenzlauf werden und dann im Mai hoffentlich der München Halbmarathon. Der Marathon vielleicht 2016 oder 2017, Spaß am Laufen ist das Wichtigste.

Kommentare sind Willkommen!